Miyoshi-Myopathie
von Dr. med. Carsten
Schröter
Miyoshi-Myopathie – Einleitung
Muskeldystrophien sind
Erkrankungen der Muskelfasern, die zu einer Abnahme der Muskelmasse und damit
auch der Kraft insbesondere der Becken- und Schultergürtelmuskulatur führen.
Weitere allgemeine Informationen zu den Muskeldystrophien erhalten Sie auf
unserer Internet-Seite
www.muskel-dystrophie.de.
Im folgenden finden Sie
weitere spezielle Informationen zur Miyoshi-Myopathie.
Miyoshi-Myopathie –
Spezielle Informationen
Im Jahre 1986 wurde von
Miyoshi und Mitarbeitern eine Muskeldystrophie beschrieben, die besonders die
rumpffernen Anteile der Beinmuskulatur betraf, insbesondere die Wadenmuskulatur.
Sie wurde Miyoshi-Myopathie benannt. Da besonders die rumpffernen (distalen)
Muskeln betroffen waren, entspricht sie nicht dem Muster der
Gliedergürteldystrophien. In den 90er Jahren wurde aber festgestellt, dass der
zur Erkrankung führende Gendefekt an der selben Stelle auf dem Chromsom 2 zu
suchen ist, wie bei der Gliedergürteldystrophie Typ 2B. Eine Veränderung im
Dysferlin-Gen bewirkt also einerseits eine Gliedergürtel-Muskeldystrophie wie
auch die Miyoshi-Myopathie. In der Folge wurden große Familien mit dem
entsprechenden Gendefekt beschrieben, wobei einige Familienmitglieder das
Krankheitsbild einer Miyoshi-Myopathie, andere das Bild einer
Gliedergürteldystrophie aufwiesen.
Bei Auftreten der ersten
Krankheitszeichen der Miyoshi-Myopathie sind die Betroffenen zwischen 12 und 30
Jahre alt. Am häufigsten beginnt die Erkrankung zwischen dem 20. und 30.
Lebensjahr. Zu Beginn fällt besonders auf, dass das Stehen auf den Zehen schwer
fällt. Auf den Fersen können die Patienten dagegen in der Regel noch stehen.
Besonders die Wadenmuskulatur ist also geschwächt und weist eine Atrophie, also
Verschmächtigung auf. In der Folge treten Schwächen der Oberschenkel-, Hüft- und
Unterarmmuskulatur auf. 10 bis 15 Jahre nach Beginn des Symptomatik benötigen
die Patienten beim Gehen Hilfsmittel und sind nach 20 bis 25 Jahren oft auf den
Rollstuhl angewiesen. Die Herz- und Atemmuskulatur ist dagegen nicht relevant
betroffen.
Die Creatinkinase (CK),
ein Muskelenzym, ist im Blut 10- bis mehr als 100fach erhöht zu messen.
Bei der typischen
Gliedergürteldystrophie Typ 2B beginnt die Symptomatik im Alter von 13 bis 35
Jahren. Schwierigkeiten, zu rennen und Treppen zu steigen, sind die ersten
Beschwerden. In der Folge werden auch die Armmuskeln mit betroffen. Die
Erkrankung schreitet in der Regel nur langsam fort, aber auch innerhalb einer
Familie unterschiedlich.
Auch wenn die anfänglichen
Symptome der LGMD 2B und der Miyoshi-Myopathie sich unterscheiden, ähneln sich
die Krankheitsbilder im späteren Verlauf der Erkrankungen.
Miyoshi-Myopathie –
Ursache
Ursache der
Miyoshi-Myopathie ist also eine Mutation des Dysferlin-Gens auf dem Chromosom
2. Der genaue Genort lautet 2p13.3-p13.1. Dysferlin ist ein Protein (Eiweiß),
das auf der Membran der Muskelfaser lokalisiert ist. Es findet sich aber auch in
anderen Geweben.
Sowohl die
Miyoshi-Myopathie wie auch die LGMD 2B werden autosomal rezessiv vererbt.
Weitere Informationen zur Miyoshi-Myopathie
Weitere aktuelle Informationen erhalten Sie auf
den allerdings englisch-sprachigen Internet-Seiten
www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/dispomim.cgi?id=253601
und
www.neuro.wustl.edu/neuromuscular/musdist/lg.html#2b
Informieren Sie sich auch zu den Themen
Sport und Bewegung bei
neuromuskulären Erkrankungen
und
Hilfsmittel für
Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen
Mit den besten Wünschen,
insbesondere für Ihre Gesundheit
Dr. med. Carsten Schröter
Chefarzt
der Neurologischen Abteilung der Klinik Hoher Meissner
Arzt für Neurologie
Physikalische Medizin,
Rehabilitationswesen
Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke
Weitere Medizinische Informationen
und
Links für Patienten und Interessierte –
von
Amyotrophe Lateralsklerose bis zur
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Aktualisiert: Februar 2010
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